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Ringo Jünigk will für die Linken in den Landtag einziehen. Foto: Krämer

Heidrun Seidel | LAUSITZER RUNDSCHAU

"Ich will kooperieren statt konkurrieren"

Senftenberg | Ringo Jünigk will bei den Landtagswahlen am 14. September das Direktmandat im Wahlkreis 39 – Senftenberg, Großräschen, Altdöbern, Drebkau – für die Linken holen. Der 38-Jährige muss sich dabei mit Wolfgang Roick (SPD), Marcel Templin (CDU), Winfried Böhmer (Bündnis 90/Grüne) und Ilona Nicklisch (BVB/Freie Wähler) messen.

Das wird ein langer Abend in der kleinen Geschäftsstelle der Linken in der Senftenberger Schlossstraße. "Das ‚Rotkehlchen' muss in den Druck", sagt Ringo Jünigk. Das Team der Ehrenamtler, die Texte schreiben, gestalten und am Computer das Informationsblatt der Oberspreewald-Lausitz-Linken bauen, ist klein. Da wird die Zeit schnell knapp. "Jetzt vor den Landtagswahlen sowieso", sagt der junge Mann. "Deshalb habe ich auch meinen Jahresurlaub für die Zeit des Wahlkampfes genommen." Den könne und wolle er nicht nebenbei führen. Er wolle sich Zeit für die Gespräche mit den Menschen in seinem Wahlkreis nehmen, wolle seine Politikziele erläutern und vor allem auch zuhören, was die Menschen bewegt. Direktere Demokratie wahrnehmbar und erlebbar machen für die Menschen, ist eines davon. "Zu meiner Zielgruppe gehören deshalb besonders die Nichtwähler", erklärt er. Dass 53 Prozent der Menschen – wie bei den Kommunal- und Europawahlen im Mai – im Oberspreewald-Lausitz-Kreis nicht zur Wahl gehen, sei für ihn unerträglich. Diese will er bewegen, deren Vertrauen in die Politik zurückgewinnen. Ist es ihnen wirklich schnuppe, ob sie von ihrem Lohn gut leben können? Oder ob sie in einem reichen Land um Sozialleistungen betteln müssen, wie gut ihre Kinder betreut und geschult werden? Mit diesen Fragen spricht er die große Gruppe der Nichtwähler direkt an – auch auf seinen Flyern, die der gelernte Werbetexter selbst entworfen hat. Dabei provoziert er gern auch mal und spielt mit Sprache. "Am 14. September kannst du mich mal kreuzweise!", sagt er auf einer Postkarte vor allem jungen Leuten – und ermuntert erfrischend zum "Kreuzchen machen" auf dem Wahlzettel.

Dass er sich einmal einer Landtagswahl stellen würde, hätte der Schipkauer vor 20 Jahren selbst nicht geglaubt, gesteht er. Damals hat er sich im Senftenberger Jugendleben vor allem der alternativen Szene zugehörig gefühlt. "Ich hatte rote, gelbe, blaue Haare und einen Iro auch", fasst er sich lachend an die heute gut gestylte Frisur. "Aber mein Herz schlug schon immer links." Und so hat er sich schon am Oberstufenzentrum als Schülersprecher und später in Ausbildung und Studium für Gerechtigkeit eingesetzt und sozial engagiert. Und dafür auch Brüche im eigenen Lebenslauf hingenommen: "Ich wollte nichts mit dem Bankengebahren, das zur Finanzkrise geführt und viele Menschen um ihr Erspartes gebracht hat, zu tun haben und habe in Düsseldorf gekündigt." Und nach der privat finanzierten Ausbildung zum Werbetexter merkte er bald, dass er nicht gegen die eigene Überzeugung arbeiten kann. "Ich kann doch als Vegetarier nicht für Wurst werben." Sich selbst treu zu bleiben, ist für Ringo Jünigks Lebensgefühl wichtig. Und deshalb will er seine Fähigkeiten nicht gegen, sondern für Menschen einsetzen. "Ich möchte in der Politik nicht konkurrieren, sondern kooperieren." Sein Motto "Alle für alle" meint er sehr ernst. Er wolle sich gesellschaftlich engagieren, brauche dazu aber die Menschen, die ihn nicht nur lassen, sondern auch fordern. "Unser ganzes Leben ist Politik. Da kann man sich doch nicht einfach raushalten und abwarten. Da muss man mitbestimmen, wo es langgehen soll."


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