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Mario Dannenberg im Bürgerbüro der Linken in der Töpferstraße in Calau. Foto: Jan Augustin

Jan Augustin | LAUSITZER RUNDSCHAU

"Meine Chancen stehen so schlecht nicht"

Calau | Mario Dannenberg ist der Direktkandidat der Partei Die Linke im Wahlkreis 40. Der Calauer Stadtverordnete und Abgeordnete im Oberspreewald-Lausitz-Kreis könnte bald gemeinsam mit seiner Frau Kathrin Dannenberg im Landtag sitzen. "Meine Chancen stehen so schlecht nicht", sagt er.

An ihm kommt man einfach nicht vorbei. Zumindestens, wenn man sich im Bürgerbüro der Linken in der Calauer Innenstadt bewegt. Plakate, Banner, Magnettafeln, die man ans Auto heften kann, Visitenkarten und Flyer mit seinem Konterfei. Die witzigste Nettigkeit für potenzielle Wähler ist ein bierdeckelgroßer Werbegag. Auf ihm ist Mario Dannenberg zu sehen: In Imkermontur hält er eine volle Wabe in die Luft. "Honig soll fließen. Gleiche Chancen für alle", steht da drauf. Ein Honigbonbon ist mit einer Klammer befestigt. Und auf der Rückseite bittet er um das Votum der Wähler. "Für mich gilt: Gleiche Chancen für alle, soziale Gerechtigkeit für alle. Geben Sie mir dafür ihre Stimme."

Dannenberg - der Naturfreak

Der in Lübbenau aufgewachsene Dannenberg ist Imker aus Leidenschaft, er ist Jugendobmannim Landes-Imkerverband, und in der Calauer Oberschule gibt er Aufbauarbeit in der AG "Bambieni". Natur - die liegt ihm besonders am Herzen, sagt er im Gespräch mit der RUNDSCHAU. Gibt es genügend Bienen, ist auch die Natur intakt. Die einzigartige Calauer Schweiz erhalten, den Spreewald - das sei ihm besonders wichtig. "Ich bin ein Naturfreak", unterstreicht er.

Falls er als Direktkandidat im Wahlkreis 40 gewählt werden sollte, würde er sich auf Landesebene freilich auch für andere Themen einsetzen. Kinder- und Jugendförderung zum Beispiel. "Wir müssen die Voraussetzungen schaffen, dass die Menschen hier bleiben", sagt er. Der gelernte Autoschlosser und selbstständige Zoofachhändler ist rhetorisch stark, und wenn er über Politik, seine Ziele und Vorhaben spricht oder wenn er seine Partei verteidigt, nutzt er konsequent die Wir-Form. "Wir haben Kitas erhalten können", sagt er, als wenn er schon immer Teil der Landesregierung wäre. Gleichzeitig fordert er, den Betreuungsschlüssel in den Kitas zu verbessern, 1500 Fachkräfte auszubilden und einzustellen, die Unterrichtsqualität zu erhöhen sowie den Stundenausfall und die Zahl der Schulabbrecher zu reduzieren. Ziel sei soziale Gerechtigkeit und Chancengleichheit.

Auch daheim in der Calauer Altstadt dürfte das Thema Bildung eine große Rolle spielen. Ehefrau Kathrin Dannenberg ist Lehrerin an der Robert-Schlesier-Oberschule. Auch sie kandidiert. Ihr Einzug in den Landtag ist im Gegensatz zu ihrem Gatten allerdings so gut wie sicher. Kathrin Dannenberg lehrt Geschichte, Sport und LER und wurde 2010 mit dem deutschen Lehrerpreis ausgezeichnet. Auf der Landesliste steht sie auf Platz zwei.

Umzug nach Potsdam?

Ob Beide schon eine Wohnung in Potsdam angemietet haben? "Nein", erwidert der 47-Jährige. "Ein Umzug kommt nicht infrage." Klar, sei man viel unterwegs. Die Heimat sei aber hier. Und als Landtagsabgeordneter müsse man nicht permanent in Potsdam sein. Die Sitzungstermine sind überschaubar. Über Heimat redet Mario Dannenberg gern. Bei der Fußball-WM flatterte eine Deutschlandfahne an seinem Auto. "Mich stört, dass der Begriff Heimat von Rechtsnationalisten missbraucht wird."

Ob Mario Dannenberg weiter Stadtverordneter bleibt, will er entscheiden, wenn es soweit ist. Als Landtagsabgeordneter könne man aber auch im Kreistag sitzen. So wie die Lübbenauerin Roswitha Schier (CDU), die mit Carola Krahl (SPD) die wohl ärgsten Konkurrenten um den Wahlsieg sind. Dannenberg gibt sich aber optimistisch: "Meine Chancen stehen so schlecht nicht."


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