30. November 2016 Eckhart Stein

Ortsvorstandswahlen in Senftenberg

v.l. Eckhart Stein, Jörg Schiemann, Silvia Mendrok, Dagmar Winzer, Elke Löwe und Angela Wolf.Nicht mit auf dem Bild: Karin Hädicke

Am 26.11.2016 versammelten sich die Mitglieder des Ortsverbandes der LINKEN in Senftenberg zur Wahl eines neuen Vorstandes.

Zu Beginn der Wahlveranstaltung wurde der in den zurückliegenden zwei Jahren verstorbenen GenossInnen gedacht. Dieser Verlust wiegt umso schwerer, als die Anzahl der im Ortsverband organisierten LINKEN weiter zurückgegangen ist. Verstärkt wurde diese Entwicklung dadurch, dass sich im Berichtszeitraum elf GenossInnen von unserer Partei abgewandt haben und es während dessen nicht gelungen ist, neue Mitglieder zu gewinnen. Derzeit zählt der Ortsverband noch 64 Mitglieder. Ihr Altersdurchschnitt liegt inzwischen bei etwas mehr als fünfundsechzig Jahren.

Hiervon ausgehend leitete der Vorsitzende des Ortsvorstandes, Eckhart Stein, in seinem Rechenschaftsbericht, die Notwendigkeit ab, das verfügbare Potential zu bündeln, sich in der politischen Arbeit auf Schwerpunkte zu konzentrieren und dabei flexibler zu agieren.

Selbstkritisch fragt sich der Vorstand in seinem Bericht: „Wofür stehen wir LINKE in Senftenberg?“, „Wie werden wir in der Bevölkerung wahrgenommen?“, „Sehen unsere Mitbürger DIE LINKE als eine alternative, politisch gestaltende Kraft?“

Der Ortsvorstand kann auf wiederholte Bemühungen verweisen, mit den Bürgern zu den sie bewegenden Fragen ins Gespräch zu kommen. Einladungen zu Gesprächsrunden in den Ortsteilen Sedlitz, in Großkoschen und in Hosena boten hierzu genauso Möglichkeiten, wie Info-Stände zu Themen wie „Die Folgen der NATO-Osterweiterung für den Frieden in Europa“ oder „Sicherung einer menschenwürdigen Alten- und Krankenpflege“.

Genosse Stein verwies im Rechenschaftsbericht wiederholt auf das aufeinander abgestimmte Handeln sowohl der Fraktion der LINKEN in der Stadtverordnetenversammlung als auch des Ortsvorstandes.

Darüber hinaus engagiert sich der Ortsverband im Bürgerbündnis „Für ein Offenes Senftenberg“, unterstützt die ehrenamtliche Tätigkeit der Bürgerinitiative „Refugees Welcome“ und er pflegt den Kontakt zur „Rosa-Luxemburg-Stiftung“ wie auch zur Ortsgruppe der Domowina.

Im Mittelpunkt der dem Rechenschaftsbericht folgenden Diskussion stand neben diesem die Auswertung der im Sommer dieses Jahres mit der überwiegenden Anzahl der im Ortsverband organisierten GenossInnen geführten Gespräche. Als Fazit dieser Gesprächsrunden sieht der Vorsitzende des Ortsvorstandes die Notwendigkeit, die örtliche Parteiarbeit flexibler zu gestalten, das Potential links eingestellter junger Menschen zu erschließen, ohne diese unbedingt „organisieren“ zu wollen, sich in der weiteren Arbeit auf das unter den gegebenen Umständen „Machbare“ zu beschränken und sich deshalb auf Schwerpunkte zu konzentrieren. Wichtig sei es zudem, offensiv auf unsere Mitbürger zuzugehen und alle Möglichkeiten der Publizität zu nutzen.

Ein anderer, nicht zu vernachlässigender Aspekt politischer Arbeit sei, so Genosse Stein, mit den Bürgern auch über ihren Alltag hinausreichende Themen ins Gespräch zu kommen. Eine Mehrheit der Menschen in unserer Gesellschaft ist mit den bestehenden ökonomischen und politischen Verhältnissen unzufrieden. Sie suchen nach einer politischen Kraft, die ihnen Antworten auf die Fragen eines sich immer rasanter verändernden Zustandes unserer Welt geben. Es stellt sich in diesem Zusammenhang die Frage: „Sind wir LINKE noch der Gralshüter der Idee einer Welt, frei von Profit, Ausbeutung und Kriegen oder sind wir bereits ein funktionaler Teil der herrschenden bürgerlichen Verhältnisse“? DIE LINKE, so Genosse Stein, habe etwas zu bewahren und hochzuhalten. Allein dafür seien nicht Wenige bereit, die DIE LINKE zu wählen. Vor diesem Hintergrund wäre es interessant, mit unseren Mitbürgern auch darüber ins Gespräch zu kommen, ob der Kapitalismus reformierbar ist und ob auf diesem Wege andere gesellschaftlichen Verhältnisse möglich werden. Zeitnah und ganz konkret stelle sich, so weiterhin der Vorstandsvorsitzende, die Frage, welchen Preis DIE LINKE für eine mögliche Regierungsbeteiligung in einer rot-rot-grünen Koalition zahlen müsste.

Vor der Wahl des neuen Vorstandes würdigte dessen Vorsitzender das Engagement der aus eigenem Entschluss aus dem Vorstand ausscheidenden Mitglieder Anton Faust, Renate Hensel, Torsten Jurasik, und Erika Seidler. Darüber hinaus wurden u. a. Günter Ebert, Silvia Mendrok, Angela Wolf und Ursel Virgils für die von ihnen geleistete Arbeit geehrt.

In geheimer Wahl wurden folgende GenossInnen in den neuen Vorstand gewählt: Karin Hädicke, Elke Löwe, Silvia Mendrock, Jörg Schiemann, Eckhart Stein, Dagmar Winzer und Angela Wolf. In der konstituierenden Sitzung des neuen Vorstandes wurde Eckhart Stein in seiner bisherigen Funktion als Vorsitzender bestätigt und Silvia Mendrok zur Stellvertretenden Vorsitzenden gewählt.

In seinem abschließenden Statement bekräftigte der wiedergewählte Vorsitzende den festen Willen der LINKEN in Senftenberg, ein offenes Ohr zu haben für die Anliegen der Bürger unserer Stadt und sich zugleich einzusetzen für die Belange insbesondere der sozial Schwachen wie auch der von Minderheiten und einzutreten für die Integration der in wachsender Zahl in unserer Stadt lebenden Migranten.

Dies schließt ein, die Bürger unserer Stadt auf bereits gegebene Möglichkeiten demokratischer Mitbestimmung aufmerksam zu machen.

DIE LINKE in Senftenberg steht für Weltoffenheit, Solidarität und soziale Gerechtigkeit.